Please ensure Javascript is enabled for purposes of website accessibility

Wo Kakao Geschichte atmet

In Costa Rica hat Kakao Tradition. Seit zwei Jahrtausenden ist die tropische Frucht hier fest verwurzelt. Im Regenwald reift sie in aller Ruhe im Einklang mit den Prinzipien der indigenen Kulturen vor sich hin. Lange haben wir nach Kakaobohnen gesucht, die unseren Qualitätsansprüchen genügen. Fündig wurden wir bei den Bribri. Sie kultivieren Kakao bis heute wie ihre Vorfahren. Genau das macht ihn so wertvoll für uns.

Sattes Grün. Lehmhaltige, ockergelbe Erde. Um uns herum ein vielstimmiges Klanggewebe aus Vögeln, Insekten und dem schnaubenden Motor unseres Jeeps. Seit den frühen Morgenstunden sind wir nun schon unterwegs. Die verschlungenen Wege saugen uns immer tiefer in den Regenwald, der sich östlich der Cordillera de Talamanca bis zum Meer erstreckt. Wir sind auf der Suche. Hier muss es irgendwo sein: das Land der Bribri. Aber wo? Ein erneuter tropischer Regenschauer. Dann stossen wir endlich auf eine Lichtung.

 

 

Hier steigen wir aus. Durchnässt und durchschwitzt. Diane, unsere Übersetzerin, wartet bereits auf uns. Es ist Mitte Januar. Haupterntezeit in Costa Rica. Unser Blick schweift umher. Unter den immergrünen Bäumen und Stauden sind die ersten Kakaofrüchte zu sehen. Gelb, rot und violett leuchten sie uns entgegen. Wir wollten mehr über diesen geheimnisvollen, hochwertigen Kakao herausfinden. Deshalb haben wir uns auf die Reise gemacht.

Diane macht uns mit Viviana bekannt, einer indigenen Bäuerin. Sie gehört zu den alteingesessenen Bribri, die noch im Reservat leben und besagten Kakao anbauen. Es ist ein Mix aus Trinitario-, Catie- und Forastero-Sorten. Eine eigenwillige, resistente Mischung. Ein Kakao, wie geschaffen für dieses Terroir. Viviana hat ihr Waldstück vor 25 Jahren von ihrem Vater geerbt. Heute lebt sie zusammen mit ihren beiden Töchtern auf der Farm. Sie kultiviert Heilkräuter, Bananen und Guaven. Den höchsten Stellenwert geniesst bei ihr aber der Kakao. Das hören wir natürlich gern. Denn Kakao ist die wichtigste Zutat für Läderach. Er entscheidet massgeblich über die Aromen und den Geschmack unserer frischen Schokoladen.

Ich halte diesen Wald frisch und natürlich, nur mit der Machete.

 

 

Nach einem kurzen Gespräch ist es endlich soweit: Sie nimmt uns mit zu ihren Kakaobäumen. Der Wald riecht frisch. Wir spüren, wie er atmet. Vorsichtig setzen wir unsere Füsse. Der Boden ist über und über mit Laub bedeckt. Viviana erklärt uns, dass die Blätter als natürlicher Dünger dienen. An einer Bananenstaude angekommen, bleibt sie kurz stehen und hackt mit ihrer Machete ein grosses Blatt ab. Die Kakaobäume darunter brauchen ein wenig Licht, aber nicht zu viel, sagt sie. Es kommt auf eine gute Balance zwischen Wärme und Schatten an.

Während der Erntezeit hält sie jeden Tag Ausschau nach reifen Kakaofrüchten. Sie erkennt sie sofort an der Farbe und am Glanz der Oberfläche. Bereits am ersten Baum nimmt sie ihre Schere und schneidet ein paar Früchte vom Stamm. Mit aller Vorsicht. Verletzt sie den Stamm, wachsen weniger Blüten nach. Und das bedeutet: Die Ernte der nächsten Jahre fällt geringer aus.

 

Um ihren Ertrag zu sichern und die steigende Nachfrage nach hochwertigem Kakao zu bedienen, besucht Viviana in bestimmten Abständen die örtliche Baumschule. Sie wurde von Läderach und einem Partner eingerichtet. Hier werden in behutsamer Kleinarbeit Setzlinge gezogen und an die Kakaobäuerinnen und -bauern abgegeben. Das hilft, den Bestand zu erhalten und zu erweitern. Es ist ein wichtiger Beitrag für die Nachhaltigkeit des lokalen Ökosystems.

 

Die Ernte erfolgt von Hand. Wir nehmen uns Zeit. Jede Kakaofrucht wird einzeln geschnitten.

 

 

Nach der Ernte werden die Kakaofrüchte mit einer Machete geöffnet. Die frischen Kakaosamen sind noch vom weissen Fruchtfleisch umgeben und verströmen einen fruchtig-süssen Duft. Zügig werden die Kakaosamen in Säcke verpackt und an die Strasse gebracht. Dort wartet bereits unser Geschäftspartner. Er wiegt die Ware und zahlt Viviana in bar. Für das Familienoberhaupt ist das Geld wichtig. Es hilft ihr, die wenigen Dinge zu kaufen, die sie nicht selbst herstellt. So kann sie den Lebensstandard ihrer Familie heben. Die Bäuerin ist glücklich. Heute war die Ernte gut.

Während sie uns nachwinkt, treten wir zusammen mit dem Kakao den zweiten Teil unserer Reise an. Über unbefestigte Waldwege geht es im Schritttempo zum Fluss. Dort stemmen starke Schultern die schweren, mit feuchten Kakaosamen gefüllten Säcke auf Langboote. Dann setzen wir über. Nach einer kurzen Rast geht es auf die letzten Kilometer.

Im Ort angekommen, betreten wir eine kleine Halle. Sofort umwehen uns verschiedenste Aromen, jedes für sich allein schwer zu bestimmen. Aber eins ist sicher: Nach Schokolade duftet es hier nicht. Wir werden von Edwin begrüsst. Er erklärt uns die Prozesse. Sobald frischer Kakao eintrifft, werden die Kakaosamen in die Fermentation gebracht. Dort wandern sie in wenigen Tagen von der obersten Holzkiste in die unterste. Während in den Kaskaden der im weissen Fruchtfleisch enthaltene Zucker reagiert, steigen die Temperaturen auf ca. 50 Grad Celsius. Die Keimlinge sterben ab und Bitterstoffe werden reduziert. Die komplexen biochemischen Vorgänge verleihen dem Kakao seinen späteren, typischen Geschmack. Nach und nach verwandeln sich die Kakaosamen in violett-braune Kakaobohnen. Langjährige Erfahrung und eine gewisse Experimentierfreude sind nötig, um das Beste aus den Samen herauszuholen.

 

Anschliessend verteilen Mitarbeiter die Kakaobohnen auf Holztischen. Hier werden sie täglich mehrmals gewendet, bis sie trocken genug sind für den Transport nach Europa. Um das zu gewährleisten, überprüfen Experten die Restfeuchte. Zwischen 5 % und 7 % sind ideal. Dann bleiben sie haltbar. Mangelhafte Bohnen werden aussortiert. Nur die guten, hochwertigen füllen die Mitarbeiter in die bereitgestellten Jutesäcke und lagern diese bis zur Verschiffung in einem klimatisierten Container.

Es ist interessant zu sehen, wie die erfahrenen Produzenten Hand anlegen. Jeder Griff sitzt. Muss sitzen. Sonst leidet die Qualität des Kakaos. Und das darf auf keinen Fall passieren. Denn dann wäre er nicht mehr gut genug für unsere frische Schokolade.

Dieser Wald. Dieses Land der Bribri. Das ist der Ursprung des Kakaos. Sein Zuhause.

 

 

Es ist später Nachmittag. Zeit für uns, an die Heimreise zu denken. Bei den Bribri geht das Leben weiter seinen Gang. Friedlich. In aller Ruhe. Viviana wird auch in den nächsten Wochen die reifen Kakaofrüchte von den Stämmen abschneiden und für die Weiterverarbeitung vorbereiten. So wie ihre Vorfahren. Und ihre Vorvorfahren. Vielleicht nascht sie ab und an auch das frische, süsse Fruchtfleisch wie damals, als sie von ihrem Vater in die Geheimnisse das Kakaoanbaus eingeweiht wurde. Wir könnten es gut verstehen.

Von der Herkunft bis zum Genuss

Seit Generationen teilen wir unsere Leidenschaft für frische Schokolade. Entdecken Sie unsere Geschichte, unsere Innovationen und das authentische Handwerk unserer Chocolatiers.

Über uns

Über uns

Die Schweizer Alpen sind unsere Heimat – die Welt ist unser Gast. Entdecken Sie, woher wir kommen. Warum uns Innovation so wichtig ist. Und lernen Sie die Menschen hinter Läderach kennen.

Mehr erfahren arrow-right
World Chocolate Master

World Chocolate Master

Elias Läderach ist der einzige Schweizer Chocolatier, der den Titel «World Chocolate Master» tragen darf. Erleben Sie seine preisgekrönten Kreationen und erfahren Sie mehr über seine aktuellen Projekte.

Mehr erfahren arrow-right
House of Läderach

House of Läderach

Schokoladenmuseum, Schokoladenatelier, Schokoladenevents. Das House of Läderach bietet Ihnen alles – plus Café. Erfreuen Sie sich an frisch gemachter Schokolade in all ihren Facetten. 364 Tage im Jahr.

Jetzt besuchen arrow-right
Frische

Frische

Der erlesene Geschmack unserer Schokoladenkreationen liegt uns besonders am Herzen. Darum machen wir sie täglich frisch und bringen sie so schnell wie möglich zu Ihnen. So schnell, dass Sie die Frische mit allen Sinnen wahrnehmen können.

Mehr erfahren arrow-right